Task Force
Zivilgesellschaftliche Entwicklungen in China
 
 
 
Inhalt der Lehrveranstaltung
  Seit einigen Jahren dienen Task-Force Seminare dazu, Politikberatung einzuüben. In Zusammenarbeit mit außeruniversitären Institutionen werden Politikfelder ausgewählt, zu Beginn des Semesters die Feinthemen festgelegt. Gegen Semesterende präsentieren die Studierenden die Ergebnisse in der betreffenden Institution.
 
Eine Task Force greift im Wintersemester 2004/05 die Frage auf, ob sich in China eine Zivilgesellschaft herausbildet. Die Kooperation findet mit dem Auswärtigen Amt (AA) und der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) statt.
 
Die im Seminar erarbeiteten Ergebnisse werden den Auftraggebern Ende Januar 2005 in Berlin präsentiert.
 
Diese Seite dokumentiert die Genese der jeweiligen Gruppenarbeiten von ersten konzeptuellen Überlegungen bis hin zur fertigen Präsentation und einer gemeinsam erstellten Publikation.
 

 

 
 
Einleitung
  Zivilgesellschaft ist nicht nur unerläßlicher Bestandteil einer gefestigten Demokratie, zudem kommt ihr im Prozess der Demokratisierung oft eine tragende Rolle zu. In diesem zwischen Staat und Privatsphäre angesiedelten Raum organisieren sich Gruppen auf freiwilliger Basis, um ihre Gruppenziele gegenüber anderen Gruppen und dem Staat zu artikulieren und durchzusetzen. Auf diese Art und Weise können sie ein Kontrollmoment staatlicher Herrschaft darstellen, den Staat aber gleichzeitig auch durch die Übernahme öffentlicher Aufgaben entlasten.
 
Im zunehmend gesellschaftlich differenzierten und politisch und wirtschaftlich in internationale Kontexte eingebundenen China lässt sich vermehrt die Aktivität von gesellschaftlichen Gruppen feststellen, die solche Funktionen teilweise übernehmen, von denen aber die meisten vor allem in den Punkten finanzielle und Handlungsautonomie nicht die Kriterien einer zivilgesellschaftlichen Organisation erfüllen. Es liegt die Vermutung nahe, das vor allem Organisationen im Umwelt- und Sozialbereich geduldet werden, da sie die Regierung in Bereichen entlasten, die sie selbst nicht oder nicht mehr regeln kann.
 
Doch lässt sich eine solche Instrumentalisierung so einfach bewerkstelligen? Oder nutzen diese und andere, neugegründete Organisationen die ihnen gewährten Freiräume, um eben diese noch mehr auszuweiten? Mit anderen Worten: vermögen diese Organisationen das autoritäre Regime zu stärken, oder sind sie Anzeichen einer schleichenden Demokratisierung? Und nicht zuletzt: was bedeuten die Antworten auf diese Fragen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit?
 
Um uns dieses großen Themen anzunähern, klären wir zunächst einige grundlegende Punkte. So zum Beispiel: welche Arten von Organisationen mit welchen Organisationsmerkmalen gibt es? Besteht ein Zusammenhang zwischen diesen und den Direktwahlen auf der Dorf- und Stadtteilebene? Welche Auswirkungen haben sie auf die politische Kultur des Landes? Welche Rolle spielt für sie das Internet?
 
Diese und andere Komplexe interessieren nicht nur die Wissenschaft, sondern vor allem auch staatliche Stellen und Organisationen der deutschen (und internationalen) Zivilgesellschaft. Die Task Force möchte in ihrer Beschäftigung mit diesen Fragen also einen sowohl forschungs- wie auch handlungsrelevanten Beitrag leisten.
 
 

 

 
 
Arbeitsgruppen: Für weitere Informationen bitte anklicken
 

Gruppe 1: Das Entstehen zivilgesellschaftlicher Organisationen: NGOs oder GONGOs?

Gruppe 2: Wahlen in Dörfern und Wohnvierteln - Ausgangspunkt eines neuen Partizipationsschubs?

Gruppe 3: Die Rolle des Internet als Mobilisierungsfaktor und Faktor zur Bildung virtueller Gemeinschaften?

Gruppe 4: In welcher Weise sollte deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Herausbildung zivilgesellschaftlicher Prozesse fördern?

Gruppe 5: Mündige Bürger als Voraussetzung für Zivilgesellschaft - Wie sieht es in China aus?

 

 

 
 
Letzte Änderung:01. Dezember 2004
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