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Zivilgesellschaft ist nicht nur unerläßlicher Bestandteil einer gefestigten Demokratie, zudem kommt ihr im Prozess der
Demokratisierung oft eine tragende Rolle zu. In diesem zwischen Staat und Privatsphäre angesiedelten Raum organisieren
sich Gruppen auf freiwilliger Basis, um ihre Gruppenziele gegenüber anderen Gruppen und dem Staat zu artikulieren und
durchzusetzen. Auf diese Art und Weise können sie ein Kontrollmoment staatlicher Herrschaft darstellen, den Staat
aber gleichzeitig auch durch die Übernahme öffentlicher Aufgaben entlasten.
Im zunehmend gesellschaftlich differenzierten und politisch und wirtschaftlich in internationale Kontexte eingebundenen
China lässt sich vermehrt die Aktivität von gesellschaftlichen Gruppen feststellen, die solche Funktionen teilweise
übernehmen, von denen aber die meisten vor allem in den Punkten finanzielle und Handlungsautonomie nicht die Kriterien
einer zivilgesellschaftlichen Organisation erfüllen. Es liegt die Vermutung nahe, das vor allem Organisationen im Umwelt-
und Sozialbereich geduldet werden, da sie die Regierung in Bereichen entlasten, die sie selbst nicht oder nicht mehr
regeln kann.
Doch lässt sich eine solche Instrumentalisierung so einfach bewerkstelligen? Oder nutzen diese und andere,
neugegründete Organisationen die ihnen gewährten Freiräume, um eben diese noch mehr auszuweiten? Mit anderen Worten:
vermögen diese Organisationen das autoritäre Regime zu stärken, oder sind sie Anzeichen einer schleichenden
Demokratisierung? Und nicht zuletzt: was bedeuten die Antworten auf diese Fragen für die deutsche
Entwicklungszusammenarbeit?
Um uns dieses großen Themen anzunähern, klären wir zunächst einige grundlegende Punkte. So zum Beispiel:
welche Arten von Organisationen mit welchen Organisationsmerkmalen gibt es?
Besteht ein Zusammenhang zwischen diesen und den Direktwahlen auf der Dorf- und Stadtteilebene?
Welche Auswirkungen haben sie auf die politische Kultur des Landes? Welche Rolle spielt für sie das Internet?
Diese und andere Komplexe interessieren nicht nur die Wissenschaft, sondern vor allem auch staatliche Stellen und
Organisationen der deutschen (und internationalen) Zivilgesellschaft. Die Task Force möchte in ihrer
Beschäftigung mit diesen Fragen also einen sowohl forschungs- wie auch handlungsrelevanten Beitrag leisten.
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